#011 - 14.09.16


EINE STATISTISCHE ANALYSE

von Prof. P. Schmidt
und schlomo

HOTEL ist ein bekanntes Brettspiel das ähnlich wie sein Vorbild Monopoly schon diverse Freundschaften beendet oder zumindest schwer beschädigt hat. Spieler reisen in diesem Spiel um das Spielfeld und kaufen unterwegs Grundstücke auf denen sie dann Hotels bauen. Wer auf einem gegnerischen Hoteleingang landet, muss in dem entsprechenden Hotel übernachten und dafür Geld bezahlen. Wer nicht mehr bezahlen kann scheidet aus dem Spiel aus. Es gewinnt der letzte Spieler, der am Ende noch übrig ist. Das ganze spielt sich wie eine simplere und kurzweiligere (auf jeden Fall kürzere) Version von Monopoly. Das Spiel gibt es in verschiedenen Varianten und Auflagen. Dieser Artikel basiert auf der am weitesten verbreiteten Version des Spiels, der europaweit veröffentlichten Version von 1988 (1. Auflage) bzw. 1996 (2. Auflage).

Für Monopoly, eines der berühmtesten Brettspiele der Welt, gibt es schon seit langem diverse Analysen und Strategien dafür, wie man am besten vorgehen sollte um zu gewinnen. Und weil Monopoly schon so oft analysiert wurde, kann man diese Stratergien auch auf wenige, sehr simple Sätze zusammenfassen: Die besten Straßen sind orange, rot und gelb. Kauft Bahnhöfe. Bemüht euch nicht mit dem Rest.

Hotel hat bisher noch nicht so viele Analysen erhalten. Unseres Wissens nach sind es...ungefähr null, plus/minus eins. Dabei gibt es viele interessante Fragen zu klären, wie zum Beispiel: Sind die Hotels die oberflächlich betrachtet wie die Besten aussehen auch wirklich die Besten? Welche Hotels sind unter- oder überbewertet? Welche Hotels sollte man besser nicht kaufen, weil es sich nicht lohnt? Und war das grade nicht einfach nur drei mal die selbe Frage, unterschiedlich formuliert? Die meisten dieser Fragen werden wir in diesem Artikel beantworten. Aber ich bin kein Analysiker und auch kein Mathematist. Darum habe ich mir für den mathematischen Anteil der Analyse Hilfe von meinem guten Freund und Kollegen, Professor Peter Schmidt, geholt.

Hello.

Hallo Professor Schmidt, und vielen Dank für die Hilfe.

Si Certo! Kein Problem.

Oh, sie haben da was.

Wo, hier?

Nein, weiter rechts.

Hier?

Ja, jetzt is' weg.

Hervorragend. Also, zur Analyse.

Natürlich.

Ich habe das Spiel HOTEL in meinem Laborturm eingehend studiert und bin nun bereit, die Ergebnisse vorzutragen.

Das Podest gehört ihnen, Professor.

Vielen Dank. Macht es ihnen etwas aus wenn wir vorher noch Schriftfarben tauschen?

Nein nein, kein Problem. Hier bitte.

Dankesehr. Dann legen wir mal los.

Fangen sie schonmal an Professor, ich hol mir noch was zu trinken.



Abschnitte

Einleitung

Acht Hotels gibt es in diesem Spiel zu erwerben und aufzubauen. Hier sind alle in einem kurzen Überblick (zum Vergrößern klicken):



Um herauszufinden, wie gut oder schlecht die einzelnen Hotels im Spiel sind, schauen wir auf die folgenden zwei Eigenschaften:

Unter der Rendite verstehen wir das Verhältnis zwischen Einnahmen und Ausgaben für ein Hotel. Die Rendite beschreibt, wie groß der Anteil der Einnahmen an den bis dahin getätigten Ausgaben ist. Je größer die Rendite, desto schneller hat man das Geld wieder eingenommen, welches man zuvor für die Erweiterungen ausgegeben hat.

Als “erwartete Einnahmen” bezeichnen wir die Einnahmen, mit der ein Hotelbesitzer im Schnitt rechnen kann, wenn jemand Miete zahlen muss.

Ahh, köstlicher Tee.



Wichtige Berechnungsdaten und Art und Weise der Berechnungen

Die folgenden Daten werden für die vorliegenden Untersuchung herangezogen:

Im folgenden, werden die einzelnen Daten und deren Berechnung erläutert:


Anzahl Spielfelder

Bei Hotel gibt es 30 Felder.

Da es im Gegensatz zu Monopoly keine Felder oder möglichen Ereignisse gibt die den Spieler auf dem Spielbrett zurückschicken gibt es für jedes Feld die gleiche Wahrscheinlichkeit, dass es von einem Spieler besucht wird.

Wahrscheinlichkeit eines Hotelbesuchs

Um sämtliche Hotels statistisch gut miteinander vergleichen zu können, beinhalten die Berechnungen zu Rendite und erwarteten Einnahmen die Wahrscheinlichkeit, dass ein gegnerischer Spieler sich auf einem Feld des Hotels befindet.

Felder eines Hotels sind die Felder, auf denen ein Eingang für das Hotel steht. Die Anzahl der Hoteleingänge ist daher eine der wichtigsten Eigenschaften eines Hotels während eines Spiels.

Beispiel:
Besitzt ein Hotelbesitzer 3 Eingänge, dann ist die Wahrscheinlichkeit, dass ein Spieler sich nach einem Würfelwurf auf einem seiner Eingänge befindet 10%, denn es gilt die Formel:

Anzahl Hoteleingänge ÷ Anzahl Spielfelder * 100 = Wahrscheinlichkeit des Hotelbesuchs


Anzahl der erwarteten Eingänge:

Da die Anzahl der vorhandenen Eingänge großen Einfluss auf Qualität eines Hotels hat, müssen wir zunächst berechnen, wie viele Eingänge man für ein Hotel erwarten kann.

Wir gehen hier davon aus, dass bei konkurrierenden Hotels die Anzahl der konkurrierenden Eingänge auf beide Kontrahenten aufgeteilt wird. Somit gilt als Formel für die erwarteten Eingänge:

Anzahl garantierter Eingänge + die Hälfte aller konkurrierenden Eingänge = Anzahl erwarteter Eingänge

Beispiel am Hotel SAFARI:
3 garantierte Eingänge + (2 konkurrierende Eingänge ÷ 2) = 4 erwartete Eingänge


Erwartete Mieteinnahmen

Die Mieteinnahmen hängen von der Anzahl der Augen des Würfels ab. Da bei einem Würfel jede der sechs Seiten gleich wahrscheinlich ist, lässt sich die erwartete Miete ganz einfach wie folgt berechnen:

Addiere alle 6 möglichen Mieten und teile das Ergebnis durch 6

Beispiel Safari (auf Stufe 4):

(500 + 1000 + 1500 + 2000 + 2500 + 3000) ÷ 6 = 1750


Erwartete Mieteinnahmen pro Spielzug eines gegnerischen Spielers

Die erwarteten Mieteinnahmen pro gegnerischem Spielzug drücken aus, wie viel Geld über die Hotelmiete im Schnitt pro gegnerischen Zug eingenommen wird.

Beispiel:

Wenn ein Gegner 4 Spielzüge gespielt hat und bei seinem 5.Spielzug 2000EUR Miete bezahlen muss, dann ist es das gleiche, als wenn dieser Spieler bei jedem seiner 5 Züge jeweils 400EUR gezahlt hätte.

Zur Berechnung der erwarteten Mieteinnahmen kombinieren wir die erwarteten Hoteleingänge und der daraus folgenden Hotelbesuchswahrscheinlichkeit mit den erwarteten Mieteinnahmen.

Hm, ab hier scheint's kompliziert zu werden. Konzentrieren jetzt!

Beispiel Safari (auf Stufe 4):

Ein Safari auf der vierten Stufe bekommt also bei 4 Eingängen im Schnitt pro gegnerischen Spielzug 233.33EUR


Erwartete Rendite pro Spielzug eines gegnerischen Spielers

Die erwartete Rendite stellt das Verhältnis zwischen erwarteter Miete und bisherigen Investition dar. Es gilt die Formel:

Erwartete Miete ÷ Investitionskosten

Beispiel Safari (auf Stufe 4):

Es ergibt sich somit eine erwartete Rendite: 233.33 ÷ 9600 = 0.02430, also 2.43%.
Im Schnitt bekommt man pro gegnerischen Spielzug 2.43% seiner Ausgaben zurück.
Somit muss ein Gegner im Schnitt 100 ÷ 2.43 = 41.15 Spielzüge machen, damit der Safaribesitzer das Geld für sämtliche Investitionen wieder verdient hat.


Ergebnisse

In der Tabelle “Summary” werden für jedes Hotel die vorgestellten Daten/Eigenschaften dargestellt.


Für volle Zusammenfassung hier klicken

Durch die Übersicht wird schnell ein Ranking für unsere beiden Kategorien “Rendite nach max. Erweiterung” und “Erwartete Einnahmen nach maximaler Erweiterung” sichtbar.

Punktevergabe

Je nach Platzierung in den jeweiligen Kategorien werden zwischen 100 und 0 Punkte vergeben.

100 Punkte bekommt hierbei stets der Sieger einer Kategorie. Die Punkte für die anderen Hotels ergeben sich dann auf Basis der Werte des Siegers.

Beispiel - Punktevergabe für die Kategorie “Rendite nach max. Erweiterung”:


Gewichtung der Punkte

Die Gewichtung erfolgt auf Basis folgender Eigenschaften:

Mit fortschreitender Erweiterungsstufe nimmt die Relevanz dieser zu. Selbst ohne Mathematik kann man sich gut vorstellen, dass ein Hotel z.B. in der ersten Entwicklungsstufe kürzer verbleibt, als in einer der letzten Stufen. Ein Spieler möchte schließlich möglichst schnell sein Hotel erweitern.

In dieser Berechnung wurde folgende Gewichtung festgelegt:

Erweiterung Gewichtung
1 5%
2 10%
3 15%
4 20%
5 25%
6 30%

Dagegen ist die Relevanz der Rendite und Einnahmen für jedes Hotel unterschiedlich. Dies liegt daran, dass Hotels mit guter Rendite (z.B. Boomerang) schneller die Investitionen wieder erwirtschaftet haben, als Hotels mit schlechterer Rendite (z.B. President).

Die Rendite-Relevanz beginnt bei allen Hotels in der ersten Erweiterungsstufe bei 100% und sinkt dann mit jeder weiteren Erweiterungsstufe je nach Renditewert des Hotels.

Der Rendite-Relevanz-Abzug pro Erweiterungsstufe ergibt sich nach folgender Formel:

Renditewert der Erweiterungsstufe * Anzahl gegnerischer Züge bis zur nächsten Erweiterung

Die “Anzahl gegnerischer Züge bis zur nächsten Erweiterung” wurde hierbei nach Erfahrung und Gefühl wie folgt festgelegt:

Beispiel Safari:

Wie bei jedem Hotel, beträgt die Rendite-Relevanz zunächst 100%.

Bei der ersten Erweiterung, liegt der Renditewert bei 0.25%.

Die Anzahl gegnerischer Züge bis zur nächsten Erweiterung beträgt 9 Züge.

Somit ergibt sich:
0.25% * 9 = 2.25%; also beträgt die Rendite-Relevanz für die zweite Erweiterung 100% - 2.25% = 97.75.

Sämtliche Gewichtungen sind über die Tabelle “Gewichtung” einsehbar.


Interpretation des Gesamtrankings

Unter Berücksichtigung aller bis hierhin dargestellten Berechnungen ergibt sich folgendes Gesamtergebnis.


Da die erwartete Anzahl an Eingängen für das President 3.5 und für das Waikiki 2.5 beträgt, wurden für diese beiden Hotels im Gesamtranking jeweils zwei Ausprägungen berücksichtigt.

Man erkennt, dass die besten drei Hotels President, Boomerang und Royal sind, während die schwächsten Hotels das Taj Mahal, Waikiki und Fujiyama sind.

Es bleiben L'Etoile und Safari im Mittelfeld. Besonders Bemerkenswert ist noch der gewaltige Punktunterschied zwischen einem Waikiki mit zwei Eingängen und einem mit mehr als zwei. Während das Waikiki mit bis zu zwei Eingängen nur minimal besser ist als das Schlusslicht Taj Mahal, befördert ein dritter Eingang das Waikiki aus dem Keller ins Mittelfeld.

Dieses Ergebnis ist allerdings nur theoretisch. In der Praxis ergibt sich eine kleine Anpassung:

Da das Taj Mahal das schwächste Hotel ist, wird in Spielen unter erfahrenen Spielern kaum ein Spieler in das Taj Mahal investieren. Davon profitiert gravierend das L`Etoile, welches somit nicht wirklich um die vier Eingänge mit dem Taj Mahal konkurrieren muss.

Dadurch, dass das L`Etoile somit in der Praxis über weitere vier Eingänge verfügen kann, schießen die Werte für Rendite und erwartete Mieteinnahmen für das L`Etoile enorm in die Höhe, welches es zu einem der besten Hotels im Spiel macht.

Ähnlich sieht es mit dem Waikiki und dem Royal aus. Das Waikiki ist das zweitschwächste Hotel und muss um all seine Eingänge mit dem Royal, einem der Top Hotels, konkurrieren. Erneut werden erfahrene Spieler vermutlich nicht häufig versuchen, in das Waikiki zu investieren, was nun das Royal endgültig zum besten Hotel des Spiels macht.

Sonstige Bemerkungen und Ausblick

In der vorliegenden Berechnung wurde zugunsten der Einfachheit nicht berücksichtigt, dass die Hotels unterschiedliche Investitionsrisiken mitbringen. So ist das President zwar gemäß der Analyse das beste Hotel, allerdings besteht beim Aufbau des Hotels ein erhöhtes Risiko, da die Baukosten am höchsten sind und immer bedacht werden muss, dass bei ungünstigem Würfelfall die Baukosten verdoppelt werden können. Gleichzeitig kann der Spieler bei geschenkten Baukosten auch einen großen Vorteil erlangen. Der Faktor Glück ist somit bei Hotels mit höheren Baukosten deutlicher ausgeprägt, als bei Hotels mit relativ geringen Baukosten.

Hotel-Analysen

Nach dem rein theoretischen Teil werden wir nun in diesem Abschnitt alle Hotels nach Erfahrungen in der Praxis bewerten und am Ende dann unsere endgültige Rangliste aufstellen.

Es dauert also noch ein wenig.

Ja, gehen sie ruhig nochmal auf Toilette, oder machen sie sich einen Tee. Dann beginnen wir mit den Analysen.

Ich kümmere mich darum. Sie geben mir besser vorher noch etwas von meiner Schriftfarbe zurück.

Gut, hier.

OK. Also alle bereit? Dann geht's los.


Boomerang

Das Boomerang ist berüchtigt für seine kurze Aufbaudauer kombiniert mit sehr niedrigen Baukosten UND verhältnismäßig absurd hohen Übernachtungskosten, und bewegt sich nur dann nicht in den Top 2, wenn ihm ein Fujiyama mit vielen Eingängen gegenübersteht.

Das Boomerang ist so risikofrei zu bauen und bringt danach so viel Geld ein, dass man es schon als hirnlos bezeichnen kann. Es kann ohne viel Glück (oder Verstand) innerhalb einer einzigen Umrundung des Spielfeldes für billige Preise gekauft und voll ausgebaut werden, um dann genau soviel Geld einzubringen wie das fünf mal so teure Royal. Ein Spieler dem es gelingt das Boomerang in der ersten Runde zu kaufen und zu behalten, ist sofort Favorit auf den Sieg. Trotz all diesen Faktoren gibt es doch noch ein paar Gründe warum das Boomerang dann doch nicht ganz “Broken” ist, um es mal mit Videospiel-Terminologie zu sagen. Maximal 4 Eingänge sind nicht viel (obwohl sie nach viel aussehen können, wenn ein Spieler es schafft sich alle zu sichern), und alle Eingänge können vom Fujiyama geklaut werden. Da es aber natürlich nie garantiert ist, dass ein gegnerischer Spieler dann auch sofort die Möglichkeit bekommt, das Fujiyama zu kaufen, lässt sich aber keiner davon zurückhalten, das Boomerang zurecht für sich zu beanspruchen.


Fujiyama

Das Fujiyama ist die Ausnahme unter den schlechten Hotels. Es hat trotz seiner Platzierung im unteren Drittel der Tabelle doch immer einen Kaufgrund, und einen sehr triftigen. Es steht dem Boomerang gegenüber, und verfügt als einziges Hotel im Spiel über die Möglichkeit, diesem Eingänge zu klauen und es dadurch erheblich zu entschärfen. Kurz gesagt: Das Fujiyama kauft man nicht um reich zu werden, man kauft es um nicht arm zu werden. Es ist das Anti-Hotel.

Solang das Boomerang nicht verkauft ist, wird sich nicht wirklich um das Fujiyama gerissen. Sobald das Boomerang verkauft ist, wird das Fujiyama plötzlich um ein großes Stück begehrter.

Die Übernachtungskosten sind zu gering wenn man sich die Baukosten ansieht, und mit dem Fujiyama allein, selbst wenn es voll ausgebaut ist, wird man nie genug Geld machen um die Kosten der anderen, starken Hotels zahlen zu können. Seine einzige wahre Funktion liegt leider im Blockieren des Boomerangs, doch zumindest in dieser Aufgabe kann es ziemlich erfolgreich sein.


L'Etoile

Dies ist definitiv eines der guten Hotels, dessen Stärke vor allem in seiner Omnipräsenz liegt. Im Gegensatz zu den anderen Hotels im Spiel verfügt dieses zentral liegende Grundstück über keine einzelne “Straße” von möglichen Eingängen, die es zu überwinden gilt, sondern ist an mehreren verschiedenen Bereichen des Bretts zugänglich, die Chance ist also mit dem L'Etoile um einiges höher als mit den anderen Hotels, dass der Besitzer mehrmals pro Brett-Umrundung denselben Gast begrüßen und abkassieren kann. Diese Tatsache gleicht auch ziemlich gut den Fakt aus, dass es sehr lange dauert und teuer ist, alle sechs Stufen des L'Etoile hochzuziehen.

Der zweite große Pluspunkt, mal abgesehen von den anständigen Einnahmen durch Übernachtungskosten, ist die oft nicht stattfindende Konkurrenz mit dem Taj Mahal. Das L'Etoile hat das Glück, unter anderem mit diesem schlechtesten Hotel im Spiel zu konkurrieren, was in den meisten Spielen bedeutet, dass es sich um vier seiner möglichen Eingänge keine großen Sorgen machen muss, da erfahrene Spieler fast nie in das Taj Mahal investieren werden. Dieser de facto Gewinn von 4 weiteren “garantierten” Eingängen macht das L'Etoile logischerweise noch um einiges stärker.

Obwohl der Aufbau lang und teuer ist, ist dieses Hotel eigentlich immer eine Investition wert. Selbst mit Konkurrenz durch das Taj Mahal ist das L'Etoile immer noch solide im hohen Mittelfeld.


President

Das President ist sowohl das im Aufbau teuerste als auch das lukrativste Hotel. Den bloßen Berechnungen nach landet es in der Rangliste auf dem ersten Platz. In der Praxis kommen allerdings ein paar Einschränkungen dazu.

Eine dieser Einschränkungen ist, dass der Glücksfaktor bei einem erfolgreichen Aufbau des President eine recht große Rolle spielt, da die Gebäude, besonders das erste, alle sehr teuer sind. Ein doppelter Preis für das erste President-Gebäude ist ein sehr schwerer Schlag den man nur mit vollem Kontostand, und auch dann nur knapp, verarbeiten kann. Im Gegenzug ist es aber auch ein ebenso großer Vorteil, wenn man ein oder mehrere Gebäude geschenkt bekommt. Natürlich sind Gratis-Gebäude bei jedem Hotel ein Vorteil, doch beim President wirkt dieser am stärksten, da man hier am meisten Geld spart und auch in Form von Übernachtungskosten reinbekommt.

7 mögliche Eingänge sind eigentlich eine sehr gute Zahl für ein so teures Hotel, allerdings sind die Konkurrenten hier das Royal und das L'Etoile, zwei ebenfalls sehr gute Hotels die garantiert in jeder Partie eine Rolle spielen werden. Ohne Konkurrenz ist das President also nie.

Positiv erwähnenswert ist vielleicht noch, dass man sich beim President mit der großen Investition (5000$) in den Park, also die letzte Stufe, durchaus Zeit lassen kann, da dieses Hotel schon auf der vorletzten Stufe mehr Geld einbringt als jedes andere voll ausgebaute Hotel, mit Ausnahme des Waikiki.

Alles in allem ist das President ohne Frage ein Hotel im oberen Drittel, doch ob es tatsächlich die definitive Nummer 1 ist, ist nicht so leicht zu bestimmen, da Glück beim Bauen hier definitiv ein größerer Faktor ist als bei anderen Hotels. Vermutlich liefern Royal und Boomerang die konstanteren Ergebnisse ab, doch ein President-Besitzer mit Glück wird schneller gefährlich als ein glücklicher Besitzer eines beliebigen anderen Hotels.


Royal

Von den reinen Preisen für Erweiterungen und Übernachtungen her eher ein mittelmäßiges Hotel, profitiert das Royal de facto immens von einigen Faktoren, die es mindestens in die Top 3 und unter bestimmten Umständen sogar auf den ersten Platz senden.

10 mögliche Eingänge ist die höchste Zahl möglicher Eingänge im ganzen Spiel. Das Royal konkurriert um 5 dieser Eingänge mit dem President (wobei allein schon die Fähigkeit, dem President Eingänge abzuknüpfen nicht zu unterschätzen ist), und mit dem zweitschwächsten Hotel Waikiki um die anderen 5. Der erste Vorteil hierbei ist, dass beide dieser Konkurrenten schwieriger aufzubauen sind als das Royal. Das President besitzt wie das Royal 5 Ausbaustufen, kostet hierbei aber viel mehr. Das Waikiki ist nur etwas teurer als das Royal, benötigt für den kompletten Ausbau aber eine Stufe mehr.

Wie weiter oben bereits einmal erwähnt, besteht bei Partien unter erfahrenen Spielern auch eine geringere Chance, dass ein Spieler in das Waikiki investiert, da die Kosten oft zu hoch sind und das Waikiki mindestens 3 Eingänge braucht um wirklich Wettbewerbsfähig zu sein. Ein Ausbleiben des Waikiki beschert dem Royal dann quasi 5 garantierte Eingänge, in welchem Fall das Royal sogar die Spitzenreiter President und Boomerang überholt. Doch selbst mit einem starken Waikiki in der Nachbarschaft verliert das Royal nicht viel von seiner Effizienz. Unter allen Umständen kaufen!


Waikiki

Der Profit den man mit dem Waikiki schon nach den ersten paar Erweiterungen macht ist Top, doch Aufgrund der wenigen möglichen Eingänge (5) und der starken Konkurrenz durch das Royal ist es sehr schwer, das Waikiki wirklich effizient zu halten.

Andererseits muss es natürlich nicht immer einen Konkurrenzkampf geben. Waikiki und Royal können sich auch in Besitz des selben Spielers befinden, und in diesem Fall klettert das Waikiki um mehrere Ränge nach oben, da es sich um Eingänge jetzt keine Sorgen mehr machen muss. Auch wenn, aus welchem Grund auch immer, noch niemand sich in Besitz des Royals befindet, ist es durchaus einen Versuch wert, das Hotel aufzubauen solang es noch garkeine Konkurrenz gibt, auch wenn dieses Szenario ziemlich unwahrscheinlich ist.

Ansonsten gibt es nicht viel anderes zu sagen. Das Waikiki wird in Sachen Einnahmen nur vom President übertroffen, sein Erfolg ist aber am Ende viel zu sehr davon abhängig, was auf der gegenüberliegenden Straßenseite im Royal so vor sich geht. Wenn das Royal nicht dem selben Spieler gehört, ist das Waikiki eine sehr riskante Investition.


Taj Mahal

In den Anschaffungskosten nur 100$ billiger als das Fujiyama, in den maximal möglichen Einnahmen das weit abgeschlagene Schlusslicht. 1800$ ist der Betrag den man im besten Szenario mit dem Taj Mahal machen kann, ein geringerer Betrag als der den man auf der anderen Seite des Spielbretts geschenkt bekommt indem man einfach nur ein bestimmtes Feld passiert.

Zugegeben, wir sind auch nur Laien und können nichts von dem hier mit hundertprozentiger Sicherheit sagen, aber wenn die Spielentwickler einen guten Grund dafür hatten, das Taj Mahal so zu machen wie es ist...können wir ihn einfach nicht erkennen. Nach dem was wir sehen können ist es ohne Frage das schlechteste Hotel im Spiel. ähnlich wie das Fujiyama steht das Taj Mahal einem sehr guten Hotel gegenüber mit dem es konkurrieren soll, allerdings ist dieser Konkurrent, das L'Etoile, längst nicht so gefährlich wie das Boomerang und muss deswegen nicht unbedingt zurückgehalten werden, und das Taj Mahal selbst ist einfach für sich allein nochmal um ein vielfaches mieser als das Fujiyama es ist.

Ich sehe keine Vorteile an diesem Hotel. Es braucht, wie man bei Videospielen sagt, einfach “Buffs”, also Verbesserungen. Wenn man die Übernachungskosten des Taj Mahal um ca. 60 bis 70% raufschrauben würde, wäre es definitiv ein wettbewerbsfähiges Haus.


Safari

Auch wenn es bei weitem nicht das schlechteste Hotel im Spiel ist, ist es definitiv das Hotel das insgesamt die geringste Rolle spielt. Nur ein einziges vorhandenes Kauf-Feld macht den Zugriff auf das Safari zu einem ziemlichen Glücksfall, und wenn es dann einen Besitzer findet, ist der meistens doch erstmal darauf fokussiert, andere Hotels auszubauen.

Das Safari liegt klar im tieferen Mittelfeld, quasi auf der Schwelle zum unteren Bereich der Tabelle. Die Gewinne sind nicht all zu hoch (vor der letzten Stufe eigentlich kaum erwähnenswert), dafür ist es aber auch nicht besonders teuer zu bauen. Was das Safari aus dem unteren Drittel der Tabelle raushält, wenn auch nur sehr knapp, sind die drei garantierten Eingänge, sowie die Tatsache dass sein Konkurrent um die übrigen Eingänge, das L'Etoile, oft zuerst auf der anderen Seite des Bretts den Kampf gegen das President führen muss, oder einfach lieber ganz stressfrei die quasi-garantierten Eingänge auf der Seite des Taj Mahals absahnt.

Die reinen Zahlen stellen das Safari als etwas besser als das Fujiyama dar. Ob das wirklich stimmt ist nicht so leicht zu sagen. Es bringt etwas mehr Geld ein als das Fujiyama, kostet aber im Bau auch mehr. Nennenswerte Beträge bringen beide am Ende nicht ein. Ich würde sagen dass Safari und Fujiyama auf der ziemlich selben Stufe stehen, wobei das Fuji seine Spezialfunktion als Boomerang-Killer auszeichnet, und das Safari eher so etwas wie eine Nebeneinkunft ist die man gemütlich am Rande verwalten kann...falls man je die Möglichkeit bekommt es zu kaufen.



Finale Rangliste

Aus den theoretischen Ergebnissen unter Einfluss der Praxis-Erfahrungen ergibt sich diese finale Rangliste der Hotels:



Royal und Boomerang sind die Hotels bei denen man die Chance eines Kaufs immer wahrnehmen sollte. Das Royal wegen seiner hohen Zahl an Eingängen und seiner Fähigkeit, den beiden teuersten Hotels im Spiel Eingänge streitig zu machen, und das Boomerang wegen seiner hohen Einnahmen nach minimalem Investment. Diese sind so ein Vorteil das selbst die geringe Zahl an Eingängen dem Boomerang nicht all zu sehr schadet.

Das President gehört aufgrund des höheren Glücksfaktors nicht ganz zur Elite, während das L'Etoile von seinen vielen Ausbaustufen etwas zurückgehalten wird.

Fujiyama und Safari sind absolutes Mittelmaß. Sie können sich im Laufe des Spiels als mehr oder weniger stark herraustellen. Das Fujiyama ist aufgrund seiner Rolle als Boomerang-Konter besonders unvorhersehbar.

Das Waikiki springt, wenn es im Team mit dem Royal gespielt wird, mehrere Plätze aufwärts in den HIGH-Bereich, hat aber alleine mit seinen teuren Baukosten und nur 5 maximalen Eingängen, von denen es mindestens 3 braucht um effizient zu sein, einfach zu viele Schwierigkeiten zu überwinden.

Das Taj Mahal ist bei weitem das schlechteste Hotel, dank geringer Einnahmen trotz durchschnittlicher Baukosten, wie ein Anti-Boomerang. Und so isses.

Nachsatz: Balance?

HOTEL ist ein recht gut ausbalanciertes Spiel, doch viele würden wohl behaupten dass einerseits das Boomerang zu stark und auf der anderen Seite das Taj Mahal zu schwach wäre. An beiden Behauptungen ist wohl ein bisschen Wahres dran, besonders an letzterer. Dem könnte man nachhelfen indem man an den Preisen der Hotels ein wenig rumschraubt.


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