#009 - 27.03.15

TURTLES TOURNAMENT FIGHTERS!

von schlomo

Bei einer erneuten Lektüre meiner Kritik zum 2014er „Teenage Mutant Ninja Turtles“-Film ist mir aufgefallen dass es auf dieser Seite leider immer noch zu wenige schildkrötenbezogene Artikel gibt. Um diesen Misstand gerade zu biegen möchte ich heute über ein weiteres Spiel aus unserer Kampfspielkartei berichten: Teenage Mutant Ninja Turtles – TOURNAMENT FIGHTERS!

Tournament Fighters wurde von Konami entwickelt und kam in den Jahren 1993 und 1994 für das NES, das Super NES sowie für Sega Mega Drive heraus, wobei sich die verschiedenen Versionen erheblich voneinander unterscheiden. Dieser Artikel wird sich mit der Super NES Version, der besten und bekanntesten, beschäftigen. Schauen wir uns also an was dieser Fighter so zu bieten hat.



10 Charaktere zur Auswahl

Auf dem Auswahlbildschirm finden wir natürlich wie zu erwarten Leonardo, Donatello, Raphael und Michelangelo, doch bei den restlichen Charaktern wird es interessant. Zuerst mal haben wir Shredder, oder „Cyber Shredder“ wie er hier genannt wird. Wieso kann ich leider nicht erkennen, da diese Inkarnation des Shredders keinen Deut mehr Cyber-mäßig designt ist oder kämpft als seine sonstige. Wir können nur mutmaßen und hoffen dass es nicht auf gewisse geheime Online-Hobbies des Oberschurken anspielt.



Cyber Shredder und sein liebstes Hobby

Den Rest der Besetzung bilden obskure Mutantencharaktere wie der Hai Armaggon, Fledermaus Wingnut und...ein lila Teil namens War. Außerdem gibt es den Roboter Chrome Dome und die menschliche Ninja-Kämpferin Aska. Eine eher seltsame Auswahl. Die drei Mutanten-Charas Armaggon, Wingnut und War stammen allesamt aus den Turtles-Comicheften von Archie Comics und sind somit dem Großteil des Publikums, welches die Turtles damals aus der Cartoonserie und den Filmen kannte gar nicht bekannt. Zwar hatten Wingnut und Chrome Dome (sehr) kurze Auftritte in der 1987er Cartoonserie, und vermutlich war es für Leser des Comics nett, dass auch unbekanntere Charaktere dargeboten wurden, trotzdem ist es etwas komisch dass man sich gegen weitaus bekanntere Charaktere wie Splinter, Rocksteady und Bebop oder Casey Jones entschieden hat. Obwohl die meisten dieser Charaktere auch im Spiel zu finden sind...als Hintergrundfiguren.



Anfeuern ist nunmal entspannter als aufs Maul kriegen

Bebop, Rocksteady, Casey Jones und Baxter Stockman, allesamt populäre Figuren aus der Serie, feuern trotz ihrer Degradierung zu Hintergrundcharakteren die Kämpfer während der Kämpfe an und...ähm, einen Moment eben...was geht da ab?



Bom Chika Wow Wooow!

...Baxter Stockman ist offenbar so aufgeregt bei dem Turnier zusehen zu können dass er sich in obszönen Gebärden verliert. Ich bin keiner der einem glücklichen Fan die Zurschaustellung seiner Freude verwährt, aber permanentes Air Humping geht eventuell doch etwas zu weit? Naja vielleicht bin ich auch nur prüde.

Aber zurück zum Spiel. Das Gameplay in Tournament Fighters ist extrem von Street Fighter II inspiriert, besonders wenn es um die Special Moves geht. Leonardo zum Beispiel hat im Grunde genommen die Special Moves von Guile aus Street Fighter II (Für größere Darstellung auf jeweiliges Bild klicken):




...und es finden sich viele weitere Moves aus Street Fighter, wie ein Gang durch die Galerie beweist:
(Für größere Darstellung auf jeweiliges Bild klicken)





Roboter Chrome Dome kann außerdem seine Arme und Beine weit ausstrecken und erinnert dadurch von der Spielweise an Street Fighter Dhalsim. Natürlich war Street Fighter II als erster Megahit des Kampfspiel-Genres die Inspiration für alle nachfolgenden Spiele des Genres; Turtles Tournament Fighters macht es allerdings etwas zu offensichtlich.

Wie üblich wird in einem Best of 3 Format gegeneinander gekämpft. Neben den Special Moves kann jeder Charakter auch einen Ultra-Move ausführen sobald sein Ultra-Meter aufgefüllt ist. Dies erfolgt nach und nach, wenn ein Angriff durch den Gegner geblockt wird. Wohl eine Maßnahme der Entwickler, um Spieler von einem all zu defensiven Spielstil abzuhalten. Nachdem man eine Portion Computergegner besiegt hat, trittman gegen die obligatorisch Übermächtigen Endgegner Rat King und Karai an.

Tournament Fighters ist ein recht simples Kampfspiel ohne irgendwelche tieferen spielerischen Elemente. Das macht es aber auch zu einem Spiel das jeder schnell lernen und begreifen kann. Die Turtles-Charaktere geben dem Ganzen natürlich erst den besonderen Reiz, auch wenn abgesehen von Shredder kaum ein Charakter aus dem übrigen wählbaren Lineup einen großen Wiedererkennungswert besitzt. Davon abgesehen ist das Gameplay flüssig und die Balance des Spiels durchaus passabel, was uns zeigt dass hier doch etwas mehr gemacht wurde als nur ein billiger Street Fighter Klon mit Turtles Lizenz zusammengeschraubt und dann nicht weiter getestet. Für Kampfspielfans eine Probe wert, vor allem natürlich wenn sie die Turtles mögen. Und für alle anderen ist vielleicht zumindest der sexy-Faktor interessant.



Hey baby...wanna rock the Stock?

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