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Teenage Mutant Ninja Turtles


Jahr: 2014
Land: USA
Genre: Comic, Action, Komödie
Darsteller: Megan Fox, Will Arnett, William Fichtner
Regie: Jonathan Liebesman
Drehbuch: Josh Appelbaum, André Nemec, Evan Daugherty
Musik: Brian Tyler

Autor: schlomo

Was man im Vorfeld über den neuen Ninja Turtles Film lesen konnte, ließ einen wirklich nicht mit all zuviel Hoffnung auf den Film blicken. Michael Bay als Produzent klang nunmal auch wirklich nicht all zu ermutigend, zumindest für solche wie diesen Reporter, die seinen CGI- und Zerstörungsorgien in den „Transformers“-Filmen nichts abgewinnen konnten. Megan Fox als April O’ Neil war auch keine Castingentscheidung die mit Begeisterungsstürmen aufgenommen wurde. Gerüchte über die Turtles die einen auf Gangsta Rapper machen würden. Shredder als über-technisierter Mecha-Alptraum, Splinter ersetzt durch Shia LaBeouf in einem Ratten-Halloweenkostüm von Kik. Eine Schreckensbotschaft jagte die andere. 0 von 10 Punkten, diese Reihe ist BEENDET, liebe Gemeinde heute bestatten wir den Spaß an sich.

Und wie ist der Film jetzt letzendlich geworden? Durchweg durchschnittlich, aber auch durchweg passabel, und auf keinen Fall der angedrohte Untergang der Turtles-Reihe, einhergehend mit Vernichtung sämtlicher froher Kindheitserinnerungen.

Der Film beginnt mit April O’ Neil, und folgt ihr durch ihren Alltag als unbedeutende Fernsehreporterin mit großen Ambitionen, die auf eigene Faust die kriminellen Machenschaften des sogenannten Foot Clans untersucht, und dadurch schließlich als erster Mensch auf die mutierten Ninjas trifft, welche dem Clan ebenfalls den Kampf angesagt haben.

Leider macht der Film es genauso wie die Transformers Streifen, indem er es seinen Titelhelden offenbar nicht zutraut den Film alleine zu tragen. Die menschlichen Charaktere die eigentlich Nebencharaktere sein sollten, wirken oft de facto wie die Hauptcharaktere, die die Story zusammenknüpfen und erklären, während die Turtles selbst eigentlich nur dann wirklich präsent sind wenn es darum geht eine Actionsequenz abzuliefern. Zwar sind diese Sequenzen dann auch intensiv und recht beeindruckend in Szene gesetzt, trotzdem nehmen die menschlichen Nebencharaktere einen recht großen Teil des Films ein. Und ehrlich, niemand geht in einen Turtles-Film um möglichst viel April O’ Neil zu sehen, selbst wenn sie von Megan Fox gespielt wird. Auf der anderen Seite kann man dem Film positiv anrechnen, dass die hier vertretene Action-Girl Variante von April eine erfrischend neue Interpretation des Charakters ist.

Die Turtles selbst sind mit ihren typischen und gut etablierten Persönlichkeiten besser umgesetzt als man vielleicht erwartet hatte. Leonardos Seriosität ist ebenso vorhanden wie Michelangelos Albernheit oder Donatellos Interesse für Wissenschaft und Technik. Interessanterweise ist es, genau wie im 1990er Realfilm, Raphael der am meisten hervorgehoben wird. Aber vielleicht ergibt sich sowas durch seinen rebellischen Charakter auch einfach von selbst. Der klassische Turtles-Schurke Shredder ist natürlich auch von der Partie, allerdings wird nicht all zu viel Zeit an die Etablierung des Charakters verschwendet bevor er in seinen halb-mechanischen Shredder-Anzug gesteckt wird, in dem er nun krass bedrohlich aussieht, krass viele Klauen ausfahren kann, und sogar fiese Klingen als Projektile verschießen kann (was auch ziemlich krass ist). Für mehr als stylische Kampfszenen ist dieser Shredder zwar nicht zugebrachen, aber wahrscheinlich wäre das für einen Popcornfilm dieser Machart auch zuviel verlangt.

Teenage Mutant Ninja Turtles ist sicher kein großer Triumph, und übertrifft auch die ersten Turtles Filme aus den Neunzigern nicht. Er ist aber auch auf keinen Fall die radikale, „blasphemische“ Abkehr vom Quellmaterial die uns das wie immer vorschnell urteilende Internet weismachen wollte. Als großer Fan der Turtles in all ihren Interpretationen fühlte ich mich von diesem Film jedenfalls angemessen bis gut unterhalten.

6/10